Österreichische Kinderkrebshilfe: Krebs bei Kindern hat für viele Betroffene lebenslange Folgen

Wien, Februar 2026 – Anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar macht die Österreichische Kinderkrebshilfe auf eine oft übersehene Realität aufmerksam: Dank großer medizinischer Fortschritte überleben heute immer mehr Kinder und Jugendliche nach einer Krebserkrankung – doch für viele endet die Belastung nicht mit dem Abschluss der Therapie.   

Geheilt ist nicht gleich gesund 

„Es ist eine beeindruckende Entwicklung, dass heute so viele Kinder und Jugendliche geheilt werden – das ist und bleibt die höchste Priorität. In vielen Fällen verschiebt sich das Problem nach der Therapie jedoch. Der medizinische Fokus endet häufig mit der Heilung, doch für die betroffenen Familien beginnen dann neue Herausforderungen“, erklärt Ursula Mattersberger, Präsidentin der Österreichischen Kinderkrebshilfe und Obfrau der Kinderkrebshilfe Tirol und Vorarlberg. 

Mehr Heilung, neue Herausforderungen  

Während in den 1970er-Jahren nur jedes zweite Kind seine Erkrankung überlebt hat, liegen die Heilungschancen heute in Österreich teilweise über 85 Prozent. Doch dieser medizinische Erfolg bringt neue Herausforderungen mit sich.   

Leben mit Spätfolgen  

Rund zwei Drittel der geheilten Patient:innen leben langfristig mit körperlichen, kognitiven oder psychischen Spätfolgen. Diese zeigen sich oft erst Jahre oder sogar Jahrzehnte nach der Erkrankung und beeinflussen Alltag, Ausbildung und die beruflichen Perspektiven nachhaltig. 

Jugend und Zukunft – Kinderkrebshilfe unterstützt auch nach der Therapie  

Mit dem Programm „Jugend und Zukunft“ begleitet die Österreichische Kinderkrebshilfe junge Menschen nach einer überstandenen Krebserkrankung auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, die mit den langfristigen Folgen der Erkrankung konfrontiert sind, und unterstützt sie unter anderem bei Bildungs- und Berufsfragen, sozialen Herausforderungen sowie beim Übergang in den Arbeitsmarkt. Ziel des Programms ist es, individuelle Perspektiven zu stärken und bestehende Hürden durch Beratung, Vernetzung und gezielte Unterstützung abzubauen. 

„Viele Langzeitüberlebende sind hochmotiviert, möchten arbeiten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, so wie wir alle auch. Hier gehen wertvolle Ressourcen verloren – nicht, weil Menschen nicht wollen, sondern weil Strukturen fehlen“, sagt Florian Schwarz, Geschäftsführer der Österreichischen Kinderkrebshilfe. 

Teilhabe benötigt passende Rahmenbedingungen 

Die Österreichische Kinderkrebshilfe fordert am internationalen Kinderkrebstag von Politik, Gesellschaft und Arbeitgeber:innen, gemeinsam Rahmenbedingungen zu gestalten, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die steigende Zahl an Langzeitüberlebenden ist ein großer medizinischer Erfolg. Gleichzeitig zeigt sie, dass Krebs bei Kindern kein abgeschlossenes Kapitel ist, sondern oft lebenslange Auswirkungen hat. 

Die Österreichische Kinderkrebshilfe versteht sich als Brückenbauerin zwischen Betroffenen, bestehenden Systemen und ist bereit gemeinsam an neuen Lösungen zu arbeiten. Ziel ist es, dass junge Menschen nach einer Krebserkrankung die gleichen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben haben, wie ihre gesunden Altersgenoss:innen – und dass niemand mit den langfristigen Folgen einer Krebserkrankung im bestehenden System übersehen wird. 
 
„Es ist ein großer Erfolg, dass heute so viele Kinder und Jugendliche ihre Krebserkrankung überleben“, betont Ursula Mattersberger, „aber ich wünsche mir, dass sie mit möglichst wenigen Spätfolgen leben und ihre Zukunft mit hoher Lebensqualität gestalten können. Denn es darf nicht allein ums Überleben gehen, sondern auch um ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben.“ 

Ansprechsperson:

Katrin Karner

Kommunikation

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