Fatigue bei krebskranken Kindern besser verstehen

Fatigue – eine ausgeprägte, anhaltende Erschöpfung – zählt zu den häufigsten und belastendsten Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Ein Forschungsteam der Medizinischen Universität Innsbruck unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Roman Crazzolara hat nun den Verlauf von Fatigue während der Krebstherapie genauer untersucht und dabei wichtige neue Erkenntnisse gewonnen.

Fatigue verläuft nicht gleichförmig

Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Fatigue tritt im Verlauf der Therapie nicht konstant auf. Vielmehr variiert die Intensität der Erschöpfung je nach Diagnose, Therapieform und Behandlungsphase. Diese differenzierte Betrachtung ist ein wichtiger Schritt, um gezieltere Unterstützungsangebote für betroffene Kinder entwickeln zu können.

Digitale Begleitung mit ePROtect

Grundlage der Auswertung waren Daten aus dem digitalen Telemonitoring-Programm ePROtect. Über eine App dokumentieren Patient:innen oder deren Eltern (bei jüngeren Patient:innen) täglich Symptome und ihr allgemeines Wohlbefinden.
Diese kontinuierliche Erfassung ermöglicht es, Symptome über den gesamten Therapieverlauf hinweg engmaschig zu beobachten und Veränderungen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Bewegung als unterstützende Maßnahme

Auf Basis dieser Daten wurde an der Kinderklinik Innsbruck gemeinsam mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck ein Pilotprojekt gestartet. Dabei kam gezieltes körperliches Training, wie Kraftübungen genau in jenen Phasen zum Einsatz, in denen die Fatigue besonders stark ausgeprägt war.

Die Forscher:innen haben die Annahme, dass körperliche Fitness sich positiv auf den Verlauf der Behandlung auswirkt. Bewegung könnte also eine wichtige unterstützende Maßnahme sein, um die Lebensqualität von Kindern während der Krebstherapie zu verbessern. Das Pilotprojekt bildet nun die Grundlage für eine geplante Interventionsstudie, in der der Einfluss von Bewegung auf Fatigue systematisch weiter untersucht werden soll.

Unterstützung durch die Kinderkrebshilfe

Die Umsetzung von ePROtect sowie die wissenschaftlichen Auswertungen wurden maßgeblich unter anderem durch die finanzielle Unterstützung der Kinderkrebshilfe Tirol & Vorarlberg ermöglicht.

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👉 Mehr zur geplanten Bewegungsstudie und zur Innsbrucker Fatigue-Forschung gibt es hier:
https://medonline.at/news/medizin/4000156906/strategien-gegen-fatigue-bei-kindern-mit-krebs/

https://www.thelancet.com/journals/eclinm/article/PIIS2589-5370(25)00541-3/fulltext

Quelle: https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/796041.html