Zwischen Sorge und Hoffnung

Familien im Ausnahmezustand

Am 15. Mai ist Internationaler Tag der Familie – ein Tag, der daran erinnert, wie wertvoll Familie ist. Als Ort der Nähe, des Zusammenhalts und der Liebe. Ganz unabhängig davon, wie Familie aussieht: Familie ist dort, wo Menschen füreinander da sind. Gerade wenn ein Kind an Krebs erkrankt, wird deutlich, wie wichtig dieser Zusammenhalt ist. Denn eine schwere Erkrankung betrifft nie nur die erkrankte Person allein – sie verändert das Leben der gesamten Familie ganz plötzlich.

Jedes Jahr erkranken in Österreich rund 300 Kinder und Jugendliche an Krebs. Hinter jeder dieser Diagnosen steht eine Familie, die von einem Moment auf den anderen mit einer völlig neuen Realität konfrontiert ist. Plötzlich bestimmen Krankenhausaufenthalte, Therapien und Sorgen den Alltag. Gewohnte Routinen verschwinden, Geschwister müssen zurückstecken, Eltern stoßen emotional, organisatorisch und oft auch finanziell an ihre Grenzen. Rechnet man pro Familie nur fünf bis sieben unmittelbar mitbetroffene Menschen (erkranktes Kind, Geschwister, Eltern, Großeltern, andere Bezugspersonen) sind jedes Jahr rund 1.500 bis 2.100 Menschen in Österreich im engsten Familienkreis von einer Kinderkrebsdiagnose betroffen.

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Wissenschaftlich bestätigt

Viele betroffene Familien berichten, dass sie durch die Erkrankung noch enger zusammengerückt sind. Dass sie gelernt haben, kleine Momente bewusster wahrzunehmen. Dass Umarmungen wichtiger werden als Worte und gemeinsame Zeit kostbarer als alles andere. Familie bedeutet in solchen Momenten vor allem, füreinander da zu sein. Halt zu geben, wenn die Kraft nachlässt. Hoffnung zu schenken, wenn die Sorgen zu groß werden. Und gemeinsam weiterzugehen – Tag für Tag, Schritt für Schritt.

Wissenschaftliche Studien bestätigen, was viele betroffene Familien also selbst erleben: Zusammenhalt, Nähe und gegenseitige Unterstützung können in Zeiten schwerer Erkrankungen eine wichtige Kraftquelle sein. Sie helfen Familien dabei, Belastungen besser zu bewältigen, Hoffnung zu bewahren und auch in schwierigen Momenten Halt zu finden.

Schwere Erkrankungen verändern das gesamte Familiensystem und stellen nicht nur das erkrankte Kind, sondern auch Eltern, Geschwister und Angehörige vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist Unterstützung – denn soziale und emotionale Hilfe kann Familien entlasten und dabei helfen, schwierige Zeiten besser zu bewältigen.

Wir sind für alle Familie da

Die Österreichische Kinderkrebshilfe und die Landesvereine begleiten Familien nicht nur während der Therapie, sondern auch darüber hinaus. Denn Krebs betrifft immer das gesamte Familiensystem. Deshalb ist es uns wichtig, dort zu unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird – emotional, sozial und finanziell.

Ob durch Elterngruppe, Erholungswochen, finanzielle Soforthilfe oder Nachsorgeprogramme: Unser Ziel ist es, Familien zu entlasten und ihnen zu zeigen: wir sind für euch da, solange es uns braucht.

Gerade an Tagen wie dem Internationalen Tag der Familie wird deutlich, wie wertvoll Unterstützung und Gemeinschaft sind. Denn Familie kann vieles tragen – aber niemand sollte alles alleine tragen müssen.

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Familie ist mehr als ein Wort

Familie bedeutet nicht, immer stark sein zu müssen. Familie bedeutet auch, gemeinsam schwach sein zu dürfen. Sich gegenseitig Halt zu geben. Zusammen zu lachen, zu weinen und weiterzumachen.

Heute sagen wir Danke – an alle Eltern, Geschwister, Großeltern und Bezugspersonen, die jeden Tag mit unermüdlicher Liebe für betroffene Kinder da sind.

Zum Internationalen Tag der Familie sagen wir einmal mehr:
Wir sind für euch da.

Persönliche Worte:

Eine betroffene Mutter, Susanne*, blickt dankbar auf die Unterstützung von der Kinderkrebshilfe zurück.„Wenn ich darauf angesprochen werde, kommen mir sofort die Elterncafés in Erinnerung. Es war ein Tröpfchen Normalität in einer nicht ´normalen` Situation.“

Ihrer Tochter Leonie, ein betroffenes Geschwisterkind, blieb eine andere Erfahrung im Gedächtnis: „Für mich war die Zeit auf der Familienreha eine total schöne Erfahrung auf die ich immer gerne zurück blicke. Dank der Kinderkrebshilfe sind wir überhaupt erst dazu gekommen, als Familie auf Reha zu fahren.“

Die Kinderkrebshilfe bietet Familien vielfältige Unterstützungsangebote an. Am besten wenden Sie sich direkt an den zuständigen Landesverein, um Informationen zu passenden Hilfsangeboten in Ihrer Region zu erhalten.

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Quelle: Medical School Hamburg, Pädiatrie Schweiz, FH Campus Wien